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 Zukunft statt Globalisierung


In den letzten Tagen wurde unsere Region mal wieder von der Globalisierung eingeholt. Das Bad Hersfelder Traditionsunternehmen Ad. Wever mit 46 Mitarbeitern und die Bad Hersfelder Niederlassung des Softwareentwicklers GPP mit 73 Mitarbeitern konnten den Kostendruck der Konkurrenz aus Osteuropa und den Ländern der 3. Welt nicht mehr stand halten. Die Hauptakteure der Globalisierung sind aber nicht die wirtschaftlich aufstrebenden Staaten Asien und Osteuropas, sondern die finanziell und wirtschaftlich mächtigsten Männer und ihre multinationalen Konzerne der westlichen Industriestaaten, die sogenannten "global players". Ihr einziges Ziel ist die Gewinnmaximierung. So verlagern jene "global players" die Produktion von Dienstleistungen und Industrieprodukten von den Hochlohnländern Europas, Nordamerikas und Australien zunehmend in die Billiglohnländern Asiens, Osteuropas und Südamerikas. Dort finden Sie ein viel niedrigeres Lohn- und Sozialleistungsniveau vor.

Die Umweltschutzauflagen sind in diesen Ländern ebenfalls sehr gering bzw. nicht vorhanden. In den Billiglohnländern finden die "global players" ein fast unerschöpfliches Reservoir an fleißigen Arbeitskräften vor. Die Macht der "global players" kann nur ein starker Nationalstaat einschränken. Durch wieder Einführung von Schutzzöllen muß der Import von Waren und Dienstleistungen so teuer werden, das es sich wieder lohnt diese in Deutschland herzustellen. Nur ein Nationalstaat kann durch Abschottung vor ausländischer Billigkonkurrenz die heimische Sozialstandards halten und das volkswirtschaftliche Gleichgewicht von Preisen und Löhnen unabhängig vom Weltkostenniveau regulieren. Ist dieser nationale Schutzmechanismus entfallen, kann das internationale Kapital der "global players" das unterschiedliche Lohn- und Preisniveau der unterschiedlich entwickelten Volkswirtschaften rücksichtslos gegeneinander ausspielen.

Quelle: Leserbrief eines Mitstreiters aus Hessen
Eintrag vom: 24.03.06